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1. Gründertag für Wirtschafts- und Technologie- interessierte Schüler. - Das Motto „Aus Fehlern wird man klug!“ soll zu mehr Mut und Gründerkultur motivieren.

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Gespeichert von Lotte Märtner am 23 November, 2016 - 13:46

Geisenheim (pr). „Wenn etwas schief gelaufen ist: Habt den Mut, den Kopf wieder auf zu richten!“ Prof. Dr. Annette Kämpf-Dern aus Frankfurt, ehemalige Schülercoachin beim Wirtschaftswettbewerb business@school, motivierte die 50 Zuhörer beim 1. Gründertag in Geisenheim mit bewegenden Worten, dass das Leben nie geradlinig ist. Und Fehler und vermeintliche Rückschläge sich im Nachhinein sogar manchmal als „Glücks-Wendungen“ entpuppen können.

Mit der Musik von Richard Strauss „Also sprach Zarathustra“ begann am Samstag letzter Woche der erste Gründertag am Hansenberg im Rheingau: „Gründerkultur versus Fehlerkultur in Deutschland: StartUp versus FuckUp" hieß das Leitthema. Ob die eingeladenen prominenten Gründer sich als „Star“ zeigen wollten, oder die mangelnde Fehlertoleranz in Deutschland kritisieren, oder vielleicht auch eigene Fehler zugeben würden, das war noch offen.

Ein Highlight des im Rahmen der Gründerwoche des Bundesministeriums für Wirtschaft stattfindenden Symposiums bildeten die Erfahrungen der ehemaligen Schüler des Internats in Geisenheim. Sie berichteten über ihre Unternehmensgründungen mit Schwerpunkt „Aus Schaden und Scheitern wird man klug!“ In einer faszinierend ehrlichen Analyse zeigte der Ex- Hansenberger Marcel Hofmann, Mitgründer von „actified“ (einer App zum spontanen Treffen Sport-interessierter junger Leute), wo die Gedankenfehler Ihrer euphorischen, aber gescheiterten  Gründerinitiative lagen. Durch weitere individuelle „Bekenntnisse“ wurden im persönlichen Rollenspiel viele sehr diverse Erfahrungen von weiteren Ehemaligen eingebracht. Besonders ehrlich und erschütternd z.B. war die Analyse von business@school- Silbermedaillen-Gewinnerin Vivien Eller. Live vom Times Square aus New York per Video berichtete z.B. Mehrfach-Unternehmensgründer Garry Spanz (26 Jahre) von seinen Erfahrungen und Niederlagen als Unternehmer.

Die BMWi-Initiative „FRAUEN unternehmen“ war mit der Geschäftsführenden Gesellschafterin der „Lock Your World“, Manuela Engel-Dahan, extrem beeindruckend. Die Vorbildunternehmerin aus Bad Orb präsentierte sich sehr offen. In einzelnen Szenen schockierend klar zeigte sie, was alles schief laufen kann: „Ich habe in dieser Zeit der massiven Reparaturen nicht sehr ruhig, dafür aber sehr fest geschlafen.“ Mathias Dehe „Vollblutunternehmer mit Scheitern-Erfahrung“ bezog noch deutlicher Stellung unter dem Motto „Ich lerne, wenn ich scheitere.“ Was Mathias Dehe den jungen Menschen an Erfahrungen und persönlichen Erlebnissen beim Gründen und Scheitern vermitteln konnte lässt sich kurz nicht wiedergeben. Seine Scheitern- Erfahrung in Bildform: „Wenn du ein totes Pferd reitest, und das zu spät bemerkst, solltest du schnell absteigen!“.

Viele prominente Gäste hatten schon im Vorhinein ihre Statements für den von Lehrer Paul Rauh initiierten 1. Gründertag am Hansenberg abgeben. Diese wurden im personalisierten Rollenspiel von aktuellen Schülern vorgetragen (wie z.B. die Statements von Prof. Dr. Barbara Burckhardt-Reich, Projektleiterin von „Jugend gründet“ in Pforzheim, von Prof. Dr. Heinz Trasch, Leiter a.D. des Steinbeis Innovationszentrum Pforzheim, oder Dr. Babette Claas, Projektleiterin von business@school, München). In der lebhaften Plenums-Diskussion vertieften Unternehmer und die hoch motivierten 16-18 jährigen Schüler das Thema "Gründerkultur in Deutschland: Warum ist das Erfinderland kein Gründerland?" Die Deutschlandweite Ministerinitiative zum Thema Selbstständigkeit vom 14. bis 20. November will laut Information der Homepage des BMWi „Impulse für ein freundlicheres Gründungsklima geben.“ Die Aktionswoche findet weltweit in 165 Ländern unter dem Dach der Global Entrepreneurship Week statt.

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